Entwicklung Gemeinschaftsschule

Wegen mangelnder Nachfrage wurden die früheren Hauptschulen zugunsten der Werkrealschule aufgegeben; in St. Leon-Rot zum Schuljahr 2010/11. Ziel der Einführung der Werkrealschule war unter anderem, den Schulstandort St. Leon-Rot zu erhalten. Man ging zum Zeitpunkt der Einführung davon aus, dass die neue Werkrealschule zweizügig sein wird. Dies trifft für die jetzigen 5. und 6. Klassenstufen nicht mehr zu.

Seit der Landtagswahl im letzten Jahr hat der baden-württembergische Landtag als Gesetzgeber einige Änderungen des Schulgesetzes beschlossen, zuletzt mit dem Gesetz für die Gemeinschaftsschule. Gemeinschaftsschulen sollen durch individuelles Lernen zu mehr Chancengleichheit beitragen und insbesondere im ländlichen Raum wohnortnahe Schulstandorte mit einem breiten Angebot an Schulabschlüssen sichern.

Als Folge dieser Schulgesetzänderungen sind die Anmeldungen für die Hauptschulen und Werkrealschulen landesweit stark zurückgegangen. In St. Leon-Rot wurden für das Schuljahr 2012/13 nur 14 Kinder (12,17 % der Schüler der 4. Klassen) für die 5. Klasse der Werkrealschule angemeldet. In den vergangenen Jahren lag die Übergangsquote zwischen 20 –30 %. Auch in den kommenden Jahren ist aufgrund der nicht mehr verbindlichen Grundschulempfehlung, mit solch niedrigen Anmeldezahlen für die Werkrealschule zu rechnen.
Der Bestand der weiterführenden Schule in St. Leon-Rot ist damit gefährdet.

Neben dem Rückgang der Schülerzahlen ist seit dem laufenden Schuljahr die "verbindliche Grundschulempfehlung" weggefallen.
Bei der Grundschulempfehlung geht es darum, jedem Kind für die Zeit nach der Grundschule die Schulart zu empfehlen, die ihm die optimale Förderung geben kann, die seinem derzeitigen Entwicklungs- und Begabungsstand entspricht und weder über- noch unterfordert. Nun entscheiden die Eltern in eigener Verantwortung, welche weiterführende Schulart ihr Kind nach der Grundschule besuchen soll.
Damit sollen die Elternrechte gestärkt werden.


Durch die Einführung der neuen Schulart „Gemeinschaftsschule“ könnte der Schulstandort St. Leon-Rot auch in Zukunft erhalten werden. Beim Schultyp „Gemeinschaftsschule“ handelt es sich um eine völlig neue Schulart, die in den Räumen der Parkringschule untergebracht werden soll. Präferiert wird eine Gemeinschaftsschule mit den Klassenstufen 5 – 10 (Sekundarstufe I).
Die Ziele und Vorteile der Gemeinschaftsschulen sowie Informationen zur Gemeinschaftsschule können dieser Präsentation (44,1 KB) entnommen werden.

Um einen attraktiven Schulstandort zu sichern und den Kindern kurze Schulwege zu erhalten, hat der Gemeinderat in seiner Juni-Sitzung 2012 entschieden, mit einer Absichtserklärung gegenüber der Schulverwaltung das Interesse zu dokumentieren, eine Gemeinschaftsschule einzurichten. In dieser Gemeinderatssitzung wurde seitens der Schulverwaltung dargelegt, dass in St. Leon-Rot nur eine Gemeinschaftsschule an einem Standort genehmigungsfähig ist.

Nachdem die Parkringschule, an der die Gemeinschaftsschule eingerichtet werden soll, die pädagogischen Grundlagen für den Antrag, eine Gemeinschaftsschule in St. Leon-Rot zu errichten, erarbeitet hatte, stellte die Gemeindeverwaltung den entsprechenden Antrag fristgerecht.

Wie in dem Verfahren vorgesehen, war inzwischen eine Kommission der Schulverwaltung des Landes vor Ort, um die pädagogische, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen zu begutachten.
Die Entscheidung über den gestellten Antrag soll in den ersten Monaten des Jahres 2014 mitgeteilt werden.